Paul Panzer: VerrĂĽcktester Heimatabend de Luxe

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Paul Panzer: VerrĂĽcktester Heimatabend de Luxe

Beitragvon Reliwette » Mo 1. Dez 2008, 13:37

„Verrücktester Heimatabend de Luxe mit Paul Panzer“
In der fast ausverkauften Aula der Emsschule in Leer (Ostfriesland) erlebte ein lachwütiges Publikum einen „stand up comedian“ der „letzten Generation“. Wer Atze Schröder oder Herbert Knebel mag, kann auch über den Mann mit dem Sprachfehler im geblümten Hemd unter den Hosenträgern lachen.
Man stelle sich vor, man wolle das Wort „Keks“ ausprechen und klemme nach „ke“ die Zunge leicht gerollt hinter die oberen Schneidezähne und atme dabei durch den Mund aus. So getan gelingt auf Anhieb Panzers „Kektch“. Natürlich funktioniert das auch bei dem Wort „Matsche“ oder „Patsche“.
Aber das sind nicht die einzigen Markenzeichen des Herrn Panzers; da ist auch noch das Beinkleid des SprachkĂĽnstlers, welches an die Pelle einer Leberwurst erinnert, so wie es an ihm klebt.
Und natürlich die slapstickartig in den Vortrag eingearbeiteten Telefonate, mit denen er seine Gesprächspartner nervt. Auf das einleitende “Ich grüße Sie“ – und „es geht sich um Folgendes“ folgt alsbald das für ihn typische„Riiiichtitch“, wenn er sich verstanden fühlt.

Die Bühnenkulisse lässt zunächst beim Zuhörer/Zuschauer Erwartung aufkommen, die in Richtung explosiver Gesellschaftskritik zielt: eine Vielzahl von gestapelten Kartonagen mit der Aufschrift „EXPLOSIV“ bildet das Interieur, zusammen mit einem Tisch, einem Sofa und diversem Gerödel, in dessen Mitte sich eine große Aluleiter in A-Form gen Raumdecke
reckt. Einige Kabel hängen ziellos herab. Das Szenario wird von mehreren Leuchtquellen magisch blau angestrahlt.

Statt dessen wird eine desillusionierende Interpretation der Bühnenausstattung geliefert. Hierhin, in den Keller des Hauses, hat sich der von längerem Eheleben gefrustete Protagonist geflüchtet, um vor Nachstellungen durch seine Ehefrau sicher zu sein: Sicherheit durch Kartons mit der Aufschrift „explosiv“ und durch Spinnen, die schon mal in der Zoohandlung nachbestellt werden müssen, wenn sie ausgehen.
Während die Ehefrau sich alles schön träumt und schon von der bevorstehenden Silberhochzeit schwärmt, hat der Mann doch eigentlich schon nach einem Jahr Eheleben das „Eiserne Kreuz“ erwartet.
Derbe Sprüche kann der Mann auf der Bühne klopfen – ganz ohne Frage. Die reihen sich an einander wie getrocknete Bohnen an einer Schnur. So vergleicht er den jungen Ehemann als eingefangenen „Mutchtang“, der alsbald zu der Erkenntnis gelangt, dass er nicht „Fury“ sei sondern die Ehefrau eine „Furie“....
Menschen, die ohnehin als Karrikatur durch den Mediendschungel rauschen wie z.B. „Paritch Hilton“ kommen bei Panzer noch schlechter weg: „Hohe Absätze – kurze Hauptsätze“.
Oder die „Hungerhaken“ von Models, an denen nur die Perücke verhindere, dass man nicht die Garderobe an ihnen aufhängt.
Er habe sie erst gar nicht im Raum gesehen, weil sie vor einer Wandfuge stand und „als sie sich auf dem Balkon eine Zigarette angezündet hat“, rief sein Nachbar an: Paul, Paul, komm schnell raus, auf Deinem Balkon brennt eine Dachlatte...“
Das Publikum lacht und tobt – und wird vom Meister gelobt: “Ihr seid ein gutes Publikum!“

Panzer kann die Symbiose zwischen sich und dem Publikum gut herstellen. Zuweilen lacht er mit. auch wenn es sich um eine „alte Schote“ handelt: Seine Frau wurde nach seiner Schilderung auf dem Flughafen „von einem kleinen Hund angeleckt...“
Wer Panzer noch nicht erlebt hat, könnte zu dem Schluss kommen, dass ihm diese missverständlich unmissverständliche Zote zum ersten Male rausgerutscht sei...

Weil nun die Symbiose zwischen ihm und dem Publikum als Mitverschwörer gegen die alltägliche Lustlosigkeit gelungen ist, darf er die Lacher auch mal „Ihr Schweine“ nennen.

Ein richtiges „Fiatzschko“ (Fiasko)sei auch die Sache mit dem „Schamäleon“ (Chameleon), gewesen, das seine Farbe der Umgebung anpassen kann, nur einmal nicht, als es auf dem Tzcheranfeld in der Küche nicht rot wurde, sondern schwarz.

Vom Internetzch weiĂź er auch zu berichten, wenn man bei Goggel (Google) Suchbegriffe eingibt z.B. wenn er einen Tierarzt sucht, weil Susi, sein Pony, an der Autobatterie geleckt hat:
„Susi – und geschwollene Zunge“ Da bin ich auf einer Stchexualitätzchszcheite gelandet.!“

Fünfundsiebzig Minuten Lachhaftes, das nur durch eine viertelstündige Pause unterbrochen wird. Da kann man nur hinzufügen: „Sage mir worüber du lachst, und ich sage Dir – wer du bist!“

Diese Rezchzentzchsion schrieb:
Hartmut T. Reliwette
Reliwette
 
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