von Harald » So 21. Dez 2008, 12:02
Guten Tag allerseits und eine ruhige Weihnachtszeit!
Meines Erachtens ist das Problem nicht so sehr in der digitalen Technik,
als vielmehr in dem Gedanken zu sehen,
dass alles automatisch gemacht werden muss
(was keine Kunst mehr ist)
zudem insbesondere da, wo man seine Bilder der Kritik
von anderen Menschen aussetzt und dabei seinen Stil
bereits im Vorfeld abtöten lässt.
(Wer an der Straße baut, hat viele Meister)
Foren sind schädlich für den eigenen Stil und somit auch für die Kunst,
die bekanntlich von der VIELFALT und Kreativitiät lebt.
Besserwisserei macht forenmüde und kunstmüde !
"Digitalkamera-Boom" ist kein Problem, sondern eine Zeiterscheinung,
die schnell zur Normalität wechselt, wenn sich ein gewisses Maß an Sattheit
einstellt.
Fakt ist wohl, dass die Versuchung da ist, möglichst alles und gnadenlos
abzulichten, was früher als weniger interessant angesehen worden war - und wo man eine gewisse Scham hatte, Ablichtungen allzu offener Art dem Labor anzuvertrauen.
Die Schranken scheinen gefallen- aber halt auch nur bis zur.. Sattheit.
Die recht kurze Haltbarkeit moderner Elektronik schafft eine "Verfallszeit",
die kürzer ist, als man denkt.
Wer aus 500 Bildern einer Session gerade mal 5 behalten kann, die äusserst mühsam am PC aussortiert worden sind um diese dann auch noch per Software bearbeiten zu müssen- ist schon wieder ein Künstler- aber halt kein Fotograf mehr.
Wie Kunst und Kitsch- liegt die natürliche Ablichtung, die "Photographie" - meilenweit von der machbaren Bild-Veredelung entfernt, die ein Produkt packt, das mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun hat.
Kunst? Ich weiß es nicht.
Fakt ist, dass man bei der analogen Fotografie VOR dem Bild abwägen muss,
ob es unbedingt "nötig" ist oder ob man es besser lassen soll.
Nach meiner Einschätzung wird -neben der Digicam- wieder verstärkt analog fotografiert- und zwar ganz bewusst -mit mehr "Sonntagsbildern".
"...beeinflusst Fotografie als Kunstform..."
Wer sich ein wenig mit der "Lomografie" auseinander gesetzt hat, wird zwei Seelen in seiner Brust spüren: Spontane Ablehnung und... Bewunderung!
Keine Frage- für mich ist das auch und gerade Kunst.
Die heutigen Materialschlachten und Aufrüstorgien lassen an den Berg denken,
der kreißte und eine Maus gebar....
Das trifft z.Zt. besonders auf die Fototechnik zu.
(Kunst kann man nicht kaufen- die beste Automatik kann halt nur nach ihren Vorgaben abschätzen, nie künstlerisch tätig werden)
Kunst kommt von "künstlich" und so vereinen sich beide Techniken im hybriden Band des Webs:
Was Kunst ist, bestimmt der Künstler,
wenn diese Kunst öffentlich wird,
bestimmt das Publikum was Kunst ist !
Nachtrag:
Der Gedanke "Fototalk.de" hat mir auf meinen langen Webspaziergängen über viele Jahre am besten gefallen- vermutlich weil's unmoderiert und bunt ist.
Zu verbessern wäre nur die schaltbare Option ob Kommentare gewünscht sind oder nicht. Auch dorthin einen schönen Gruß.